Kamerunische und Westafrikanische Küche neu interpretiert
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Ich bin in Loum aufgewachsen – einer kleinen Stadt im Littoral Kameruns, in der die Luft nach Sonne, Erde und frischem Obst duftet. Loum ist bekannt für seine Bananen‑ und Ananasplantagen, doch ein Getränk prägte meine Kindheit fast mehr als die süßen Früchte selbst: Djindja.

Djindja ist ein kühles, leicht scharfes Ingwergetränk, das in Kamerun – neben Foléré – fast jeder kennt. Für mich war es jedoch mehr als ein erfrischender Saft. Es war das Rezept meiner Mutter. In Loum kannte man sie für ihre sucettes, ihre hausgemachten yaourts – und für den besten Djindja der Stadt.

Sucettes, das waren gefrorene Wassereis‑Tütchen in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Yaourts, cremige Joghurtgetränke, ebenfalls in kleinen Tütchen verpackt, bunt, süß und bei Kindern in ganz Kamerun unglaublich beliebt.

Zu beiden habe ich eine noch engere Beziehung als zu Djindja – aber das ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht irgendwann erzähle.

Djindja hingegen war das Getränk, das sich fast jeder leisten konnte. Manchmal nannte man es sogar „Coca Haoussa“, weil der karamellisierte Zucker ihm eine dunkle, colafarbene Tönung verlieh und es oft von Hausa‑Händlern verkauft wurde.

Der Geschmack meiner Kindheit

Für mich ist Djindja ein Stück Zuhause. Die leichte Schärfe des Ingwers, der Duft von Nelken und – später, für die Winterzeit – ein Hauch Sternanis, den ich selbst hinzugefügt habe, um dem Getränk einen warmen, fast weihnachtlichen Touch zu geben. Dazu etwas Zitronensaft für die Frische. All das erinnert mich an heiße Nachmittage, an das Klirren von Flaschen in unserer Küche und an die Geduld, mit der meine Mutter jedes Detail ihres Rezepts pflegte. Gekühlt war Djindja unsere Erfrischung an Sommertagen, warm getrunken ein kleiner Trost, wenn es regnete oder die Abende kühl wurden.

Und wie so oft in der traditionellen Küche steckt in diesem einfachen Getränk auch viel Gutes: Ingwer stärkt das Immunsystem und die Verdauung, Nelken wirken antioxidativ und antibakteriell, und der Sternanis bringt eine winterliche Wärme. Mit etwas Honig oder karamellisiertem Zucker entsteht eine sanfte Süße, die perfekt mit der Schärfe des Ingwers harmoniert.

Warum Djindja für mich mehr ist als ein Getränk

Djindja ist Erinnerung, Fürsorge und ein Stück meiner Geschichte. Es ist ein Tribut an meine Mutter, die mit Hingabe und Kreativität aus wenigen Zutaten etwas Besonderes schuf. Und es ist ein kleiner Gesundheitsbooster, der Körper und Seele gleichermaßen guttut.

Wenn ihr also ein Getränk sucht, das erfrischt, wärmt und gleichzeitig nährt, probiert das Originalrezept meiner Mutter. Ein Schluck – und vielleicht schmeckt ihr ein kleines Stück Kamerun, ein kleines Stück meiner Heimat.

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Djindja-Saft mit karamellisiertem Zucker – Das Originalrezept meiner Mutter

Servings 1 l

Ingredients

  • 150 –200 g frischer Ingwer (Djindja)
  • 1 Liter Wasser
  • 1 –2 Zitronen oder Limetten
  • 4 –5 Gewürznelken
  • 1 Stück Sternanis
  • Optional: 3–4 EL Zucker zum Karamellisieren
  • 2 –3 EL zusätzlicher Zucker oder Honig

Instructions 

  • Optionales Karamell: Den Zucker in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen, bis er goldbraun ist. Vorsichtig mit etwa 700 ml Wasser ablöschen und vollständig auflösen.
  • Gewürzwasser: Nelken und Sternanis ins Wasser geben und 5–10 Minuten leicht köcheln lassen. Danach beiseitestellen.
  • Ingwer vorbereiten: Den Ingwer gründlich waschen, in Stücke schneiden und mit den restlichen 300 ml Wasser sehr fein pürieren.
  • Saft gewinnen: Den Ingwerbrei durch ein feines Sieb oder ein Tuch pressen, um den konzentrierten Ingwersaft zu gewinnen.
  • Mischen: Den Ingwersaft mit dem gewürzten Wasser vermengen. Wenn kein Karamell verwendet wird, 700 ml klares Wasser hinzufügen.
  • Zitrusnote: Zitronen oder Limetten auspressen und den Saft unterrühren.
  • Süßen: Nach Geschmack zusätzlichen Zucker oder Honig hinzufügen.
  • Kühlen: Den Saft mindestens eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen und gut gekühlt servieren.

Notes

💡 Tipp: Wer mag, kann den Saft auch heiß genießen – er wirkt dann wärmend und beruhigend an kalten Tagen.

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