Dunkelrot, leicht säuerlich und herrlich erfrischend: Foléré, auch als Bissap bekannt, gehört heute zu meinen absoluten Lieblingsgetränken. Im Sommer serviere ich es gut gekühlt mit Eiswürfeln, manchmal mit Minze, Ingwer oder Früchten. Aber auch warm lässt sich Bissap wunderbar genießen.
Dabei bin ich mit Foléré gar nicht so selbstverständlich aufgewachsen, wie man vielleicht denken könnte.
Meine erste Begegnung mit Foléré
Als Kind in Kamerun habe ich Foléré kaum wahrgenommen. Meine erste bewusste Begegnung damit hatte ich viel später bei einem Besuch in Kamerun.
Meine Schwester stellte mir einen Krug mit einem tiefroten Getränk hin. Ich fragte neugierig:
„Was ist das?“
Ihre Antwort: „Foléré, natürlich!“
Und ich wiederum: „Foléré? Was ist Foléré?“
Sie meinte nur: „Probier erst einmal.“
Das tat ich – und seitdem mag ich Foléré sehr.
Besonders dieser leicht säuerliche Geschmack hatte es mir sofort angetan. Und die intensive rote Farbe erinnerte mich ein wenig an Grenadine, die wir als Kinder gerne tranken und die Lippen und Zunge herrlich rot färbte.
Heute gehört Foléré für mich längst in die Küche – zu Hause genauso wie bei meinen Kochkursen.
Foléré oder Bissap – was ist eigentlich der Unterschied?
Im Grunde sprechen wir vom gleichen Getränk bzw. von derselben Grundlage: den getrockneten Kelchen von Hibiscus sabdariffa, die mit Wasser aufgegossen oder gekocht werden.
Die Bezeichnungen unterscheiden sich regional.
In Kamerun ist vor allem der Name Foléré gebräuchlich. In vielen Teilen Westafrikas – unter anderem im Senegal – begegnet man häufiger der Bezeichnung Bissap.
Je nach Land, Region und Familie unterscheidet sich auch die Zubereitung.
Und genau das finde ich spannend.
Denn Bissap ist nicht nur ein Rezept.
Man findet Varianten mit Minze, Ingwer, Ananas, Zitrusfrüchten und anderen Früchten. Manche werden gekocht, andere lediglich mit heißem Wasser aufgegossen und über mehrere Stunden ziehen gelassen.
Wie schmeckt Bissap?
Bissap hat einen angenehm fruchtig-säuerlichen Geschmack.
Wie intensiv er wird, hängt davon ab, wie viele Hibiskusblüten verwendet werden und wie lange sie ziehen.
Auch die Süße ist Geschmackssache. Ich empfehle deshalb immer, Zucker nicht einfach nach einer festen Vorgabe hineinzuschütten, sondern das Getränk zunächst zu probieren und anschließend nach dem eigenen Geschmack zu süßen.
Zitrone oder Limette verstärken die Frische zusätzlich.
Mein Foléré-/Bissap-Grundrezept
Dieses Rezept gehört zu meinen liebsten Varianten. Die Ananas bringt eine natürliche Fruchtigkeit mit, während Minze und Limette das Getränk besonders frisch machen.
Zutaten für ca. 1 Liter
- 25 g getrocknete Hibiskusblüten
- 1 mittelgroße Ananas
- 1 Liter Wasser
- Saft einer Zitrone oder Limette
- 8–10 frische Minzblätter
- Zucker nach Geschmack
Zubereitung

Die Ananas gründlich waschen und schälen. Das Fruchtfleisch in Stücke schneiden.
Die Ananasschalen zusammen mit einigen Stücken des Fruchtfleisches und dem Wasser in einen Topf geben und etwa 10 Minuten kochen.
Die Hibiskusblüten hinzufügen und weitere 10 Minuten köcheln lassen.
Den Topf anschließend vom Herd nehmen, abdecken und das Getränk mehrere Stunden – am besten über Nacht – ziehen lassen.
Danach alles sorgfältig durch ein feines Sieb abseihen.
Nach Geschmack süßen und mit etwas Zitronen- oder Limettensaft abschmecken.
In eine saubere Flasche füllen und gut kalt stellen.
Mit frischer Minze und Eiswürfeln servieren.
Mein Tipp: Wenn dir das Getränk zu intensiv ist, kannst du es jederzeit mit etwas Wasser verdünnen oder als Schorle genießen.
Bissap ohne Kochen: die einfache Ziehmethode
Vor einigen Jahren lernte ich bei einer senegalesischen Bekannten noch eine andere Art kennen, Bissap zuzubereiten.
Sie bot mir ein Glas Bissap an und fragte mich, ob ich das Getränk kennen würde.
„Natürlich kenne ich Bissap – bei uns in Kamerun heißt es Foléré“, antwortete ich.
Ihr Bissap schmeckte allerdings anders als die Versionen, die ich kannte: sehr frisch, angenehm und erstaunlich unkompliziert.
Das Überraschende war ihre Zubereitung.
Sie kochte die Hibiskusblüten überhaupt nicht.
Stattdessen gab sie Hibiskus und frische Minze in ein Gefäß, übergoss beides mit kochendem Wasser und ließ alles langsam abkühlen und anschließend mehrere Stunden ziehen.
Seitdem verwende ich diese Methode ebenfalls gerne.
Für ca. 1 Liter brauchst du:
- 50 g getrocknete Hibiskusblüten
- ca. 1 Liter kochendes Wasser
- frische Minze
- Zucker nach Geschmack
Hibiskus und Minze kurz waschen, in ein hitzebeständiges Gefäß geben und mit dem kochenden Wasser übergießen.
Abdecken und mehrere Stunden oder über Nacht ziehen lassen.
Anschließend abseihen, nach Geschmack süßen und kalt stellen.
Einfacher geht es kaum.
Bissap heiß trinken? Unbedingt!
Bissap muss nicht immer ein Sommergetränk sein.
Gerade an kühleren Tagen trinke ich ihn auch gerne warm als Hibiskustee.
Dafür kannst du die Blüten mit heißem Wasser aufgießen und beispielsweise mit:
- frischem Ingwer
- Minze
- Limette oder Zitrone
kombinieren.
Damit wird aus dem sommerlichen Erfrischungsgetränk ganz einfach ein aromatisches Heißgetränk.

Bissap mit Ingwer und Früchten
Eine weitere Variante, die ich sehr mag, ist Bissap mit Ingwer und Früchten.
Besonders gut passen beispielsweise:
- Ananas
- Erdbeeren
- Limette oder Zitrone
- Minze
Ingwer bringt eine leichte Schärfe, während Früchte die natürliche Säure des Hibiskus abrunden.
Du musst daraus übrigens kein starres Rezept machen.
Genau darin liegt für mich ein Teil des Charmes von Foléré: Man kann mit den Aromen spielen und seine eigene Lieblingsvariante entwickeln.

Meine moderne Bissap-Variante mit Ingwer, Zitronengras und Limette
Eine meiner neueren Lieblingsvarianten kombiniere ich mit frischem Ingwer, Zitronengras und Limette.
Sie ist aromatisch, frisch und besonders an heißen Sommertagen wunderbar.
→ Hier findest du mein Rezept für Bissap mit Ingwer, Zitronengras und Limette.
Diese Version lasse ich bewusst als eigenes Rezept auf dem Blog, weil sie sich deutlich von meinem klassischen Foléré unterscheidet.

Wie lange hält sich selbst gemachter Bissap?
Ich bewahre fertigen Bissap gut verschlossen im Kühlschrank auf und bereite lieber kleinere Mengen frisch zu.
Achte bei der Zubereitung auf saubere Flaschen und Gefäße und stelle das Getränk nach dem Abkühlen zügig kalt.
Wenn sich Geruch, Geschmack oder Aussehen auffällig verändern, sollte das Getränk nicht mehr verwendet werden.
Wo bekommt man Hibiskusblüten?
Getrocknete Hibiskusblüten findest du häufig in:
- afrikanischen Lebensmittelgeschäften
- gut sortierten internationalen Lebensmittelgeschäften
- Teeläden
- teilweise in Bio- oder Naturkostläden
- sowie im Onlinehandel
Achte darauf, dass die Blüten ausdrücklich für Lebensmittel bzw. Tee geeignet sind.
Foléré gehört für mich inzwischen einfach dazu
Es ist schon interessant:
Als Kind spielte Foléré in meinem Alltag kaum eine Rolle. Jahre später musste meine Schwester mir überhaupt erst erklären, was dieses dunkelrote Getränk in ihrem Krug war.
Heute gehört es zu meinen Lieblingsgetränken und darf auch bei vielen meiner Kochkurse nicht fehlen.
Vielleicht ist das auch das Schöne an Essen und Trinken: Manches begleitet uns seit der Kindheit. Anderes entdecken wir erst viel später und nehmen es dann ganz selbstverständlich in unsere eigene Küche auf.
Foléré ist für mich genau so eine Entdeckung geworden.
Und egal, ob du es Foléré, Bissap oder Hibiskusgetränk nennst: Probiere ruhig verschiedene Zubereitungen aus.
Mit Ananas und Minze.
Pur und unkompliziert.
Mit Ingwer und Früchten.
Heiß als Tee.
Oder gut gekühlt mit Eiswürfeln.
Vielleicht findest du dabei deine ganz eigene Lieblingsversion.
Cheers!
Fadi ♥


