Ein Geschmack, den ich nie vergessen habe
Manche Erinnerungen verblassen mit der Zeit. Andere bleiben ein Leben lang – nicht, weil sie spektakulär waren, sondern weil sie uns tief berührt haben.
Wenn ich heute Hackbällchen zubereite, denke ich immer an meine Tante.
Ich war etwa sieben oder acht Jahre alt und verbrachte die Schulferien bei meiner Großmutter in Foumbot, dem Heimatort meiner Mutter im Westen Kameruns. Meine Tante verdiente damals ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf kleiner Snacks auf der Straße. Zu ihren Spezialitäten gehörten Hackbällchen, die sie zusammen mit frischem Baguette verkaufte und liebevoll „Saucis“ nannte.
Zur Begrüßung bekam ich ein halbes Baguette mit ihren frisch zubereiteten Hackbällchen. Ich erinnere mich noch heute an den Duft und an den ersten Bissen. Es war einer dieser Momente, die sich für immer ins Gedächtnis einprägen.
Damals hätte ich nie gedacht, dass ich sie eines Tages nach ihrem Rezept fragen möchte.
Heute ist sie nicht mehr da. Und mit ihr ist auch ihr Rezept verschwunden.
Deshalb geht es bei diesem Rezept nicht darum, ihre Hackbällchen originalgetreu nachzukochen. Das wäre unmöglich.
Es ist meine ganz persönliche Hommage an sie.
Warum dieses Rezept anders ist
Meine Tante bereitete ihre Hackbällchen mit den Zutaten zu, die damals verfügbar waren.
Ich habe mich bewusst für eine moderne Variante entschieden.
Statt Rinderhack verwende ich saftiges Hähnchenhackfleisch. Dazu kommen fein geriebene Karotten, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch, die den Hackbällchen nicht nur Geschmack, sondern auch eine besonders lockere Konsistenz verleihen.
Gewürzt wird alles mit meiner Chez Fadi’s Meat Mix Gewürzmischung, die afrikanische Aromen harmonisch verbindet.
Eine Besonderheit dieses Rezepts ist außerdem Gari.

Warum ich Gari statt Semmelbrösel verwende
Viele Rezepte verwenden Semmelbrösel oder Paniermehl, um die Masse zu binden.
Ich greife stattdessen zu Gari.
Gari wird aus fermentiertem Maniok hergestellt und gehört in vielen westafrikanischen Küchen zum Alltag.
In den Hackbällchen erfüllt er zwei Aufgaben:
- bindet überschüssige Flüssigkeit
- sorgt für eine saftige, aber stabile Konsistenz
Außerdem bringt Gari eine ganz feine, leicht nussige Note mit, ohne den Eigengeschmack der Hackbällchen zu überdecken.
Du bekommst Gari in afrikanischen Supermärkten oder online – falls Du unsicher bist, wonach Du suchen musst: Es wird meist einfach als „Gari” oder „Garri” verkauft.
Ein kleines Stück Erinnerung
Dieses Rezept wird niemals genauso schmecken wie die Hackbällchen meiner Tante. Und das muss es auch nicht.
Manche Rezepte kann man nicht kopieren. Man kann sie nur mit Respekt weitertragen.
Jedes Mal, wenn ich diese Hackbällchen zubereite, denke ich an sie. Vielleicht ist genau das die schönste Art, Erinnerungen lebendig zu halten.
Hast Du dieses Rezept nachgekocht? Schreib mir in den Kommentaren, wie es dir gefallen hat – oder markiere mich auf Instagram @chezfadi, wenn Du deine Hackbällchen postest.
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Zum Rezept

Zutaten
Method
- Die Hähnchenbrustfilets unter kaltem Wasser kurz abspülen, anschließend mit Küchenpapier gründlich trocken tupfen und in grobe Würfel schneiden. Das Fleisch zusammen mit dem Lauch, den Petersilie, etwas Salz und 2-3 TL Chez Fadi's Meat Mix in einer Küchenmaschine oder mit einem Fleischwolf fein zerkleinern, bis eine gleichmäßige Hackmasse entsteht.
- Die Karotten schälen. Karotten, Paprika, Zwiebel, Knoblauch und Ingwer grob zerkleinern und in einem Zerkleinerer fein hacken. Den Lauch in feine Ringe schneiden und zusammen mit der gehackten Petersilie beiseitestellen.
- Das Hähnchenhack in eine große Schüssel geben. Das gehackte Gemüse, Lauch, Petersilie, Gari, noch 1-2 TL Chez Fadi's Meat Mix, Pflanzenöl und etwas Salz hinzufügen. Alles gründlich mit den Händen oder einem Kochlöffel vermengen, bis eine gleichmäßige, gut formbare Masse entsteht.
- Die Hackmasse 10–15 Minuten ruhen lassen. In dieser Zeit kann der Gari quellen, überschüssige Flüssigkeit aufnehmen und die Aromen verbinden sich optimal.
- Tipp: Je nach Feuchtigkeitsgehalt des Gemüses können zwischen **20 und 30 g Gari** erforderlich sein. Die Masse sollte weich und saftig, aber dennoch gut formbar sein.
- Die Hackmasse mit leicht angefeuchteten Händen oder mithilfe eines leicht angefeuchteten Eisportionierers zu gleichmäßigen Hackbällchen formen.
- Die geformten Hackbällchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im vorgeheizten Backofen bei **180 °C Ober-/Unterhitze** etwa **30 Minuten** goldbraun backen, bis sie vollständig durchgegart sind.
- Alternativ in der Pfanne: Etwas Pflanzenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Hackbällchen bei mittlerer Hitze **10–15 Minuten** rundherum goldbraun anbraten. Dabei regelmäßig wenden, damit sie gleichmäßig garen.Im Airfryer werden sie ebenfalls wunderbar knusprig.
- Chez Fadi's Tipp: Ich bereite die Hackbällchen am liebsten im Backofen zu. Sie werden gleichmäßig gegart, bleiben wunderbar saftig und benötigen nur wenig zusätzliches Fett. Der Gari sorgt dabei für eine lockere, saftige Konsistenz und verleiht den Hackbällchen gleichzeitig die nötige Stabilität – eine kleine Zutat mit großer Wirkung.
Notizen
- gebratenen Kochbananen
- Salat
- Pommes
- als Fingerfood auf Buffets
- Und natürlich zu Baguette mit etwas Chez Fadi Sauces und Mayonaise


