Kamerunische und Westafrikanische Küche neu interpretiert
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Zuerst gibt es einen kleinen Exkurs über eine vermeintlich giftige Pflanze. Der schwarzer Nachtschatten, wissenschaftlich Solanum nigrum genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Nachtschatten (Solanum).

Als ich mich zum ersten Mal mit den genaueren Details dieser Pflanzen auseinandersetzte, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass auf vieler Internetseiten die Pflanzen als giftig oder sogar sehr giftig eingestuft wurde. Darüber konnte ich nur meinen Kopf schütteln, denn seit ich denken kann, haben wir in Kamerun immer die Pflanzen konsumiert und zwar ohne groß darüber nachzudenken. Vergiftet hat sich dabei keiner!

PehnNjapche

In Kamerun ist diese Pflanze als Blattgemüse unter vielen Namen bekannt. Unter anderem wird sie mit Njama-Njama oder Légumes du village benannt und ist dabei bei fast allen sehr beliebt. Eine der bekanntesten Bezeichnung aus meinem Volk, die Bamun, ist Njapche. Diese Köstlichkeit wird bei uns fast immer mit Pèhn (Mais Fufu) serviert und so entsteht mit dieser Kombination das berühmt berüchtigte Pèhn-Njapche, das Volksgericht der Bamun. Wenn den meisten Kamerunern die Klassifikation der Ethnien nach ihrem typischen Gericht gefragt würde, dann würde bei den Bamun höchstwahrscheinlich am meisten dieses Gericht genannt werden.

Die Blätter der schwarzen Nachtschatten sind dem des Spinats sehr ähnlich. Geschmacklich besteht jedoch ein kleiner Unterschied. Während der Spinat etwas leichter und zarter schmeckt, hat der schwarzer Nachtschatten einen kräftigeren und etwas bittereren Geschmack. Er muss vor der Zubereitung sorgfältig gereinigt werden, um die Bitterstoffe zu entfernen und die Blätter zarter zu machen.

Als eine gute Bekannte mir diese köstlichen Blätter frisch aus ihrem Garten schenkte, habe ich vor Freude fast geweint. Es war eine Ewigkeit her, seit ich das letzte Mal dieses geliebte Gericht aus meiner Heimat gegessen habe. Genauer gesagt liegt das bereits ganze siebe Jahre zurück. Ich habe mich gleich an die Zubereitung gemacht als das Paket über den Postweg eintraf, wollte ich die wertvollen Blätter so schnell wie möglich kochen und mich davon satt essen.

Wie bei vielen Gerichten gibt es auch bei der Zubereitung von Njapche viele verschiedene Varianten. Ich habe mich bewusst für die traditionelle Weise nach dem Rezept meiner Großmutter entschieden. Diese wird ohne Zugabe von Fleisch oder Fisch mit Palmöl und Egusi zubereitet. Diese Variante schmeckt mir am Besten, erstens, weil die Zubereitung sehr einfach ist sowie auch sehr wenig Zutaten benötigt und zweitens, weil es so viele schöne Erinnerungen in mir weckt.

PehnNjapche

Das Ganze als Video



Pèhn Njapche| Mais Fufu mit Schwarzer Nachtschattenblätter

Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 45 Minuten
Arbeitszeit 1 Stunde 15 Minuten

Zutaten

  • 1 kg frische Schwarze Nachschattenblätter (alternative Biteku Teku oder Spinat)
  • 100 g Egussi
  • 200 g frische Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 3 El Palmöl
  • ca. 200 ml Wasser
  • Salz
  • 1 TL Hot&Spicy

Für den Fufu

  • 200 g Hartweizengries
  • ca. 400 ml Wasser
  • 1 EL Kartoffelmehl

Anleitungen 

  • Die Blätter des schwarzen Nachtschatten aus den Stangen vorsichtig auslesen, daraus hangerechten Bund machen und fein hacken
  • In ein Schüssel geben mit Salz und mit der Hand aneinander reiben bis es anfängt zu schäumen. Wasser dazugeben, herausspülen und noch eins bis zwei mal wiederholen, bis es nicht mehr schäumt. Dann gut das Wasser daraus pressen und beiseite stehen lassen
  • Zwiebeln und Tomaten grob schneiden. Das Palmöl in einem Topf geben und die gehackte Zwiebeln und Tomaten und gepresste Knoblauchzehen hinzugeben und gut vermischen und ca. 2 Minuten dünsten
  • Das Gereinigte Blattgemüse dazu geben, alles gut vermischen und ca. 5 Minuten andünsten. Danach etwas Wasser dazu gießen, zugedeckt und ca. 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln
  • In der Zeit, die Egusi Kerne trocken mahlen, den so entstandenen Pulver mit Wasser vermischen, bis zu einer dicken Konsistenz. Mit etwas Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und Hot&Spicy abschmecken und gut vermischen. Dann kleine Teigmenge mit dem Löffel entnehmen und zum Gemüse darauf legen zugedeckt ca. 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln. Dann gegen Ende das ganze miteinander gut vermischen

Fufu

  • Das Wasser in einem Topf geben und zum Kochen bringen, dann Herd herunterdrehen und den Hartweizengries bei regelmäßigen Rühren nach und nach gießen und gut verrühren, bis eine gute Fufu Konsistenz entsteht.
  • Den Kartoffelmehl mit 3 EL kaltem Wasser vermischen und zum Fufu dazu geben. Gut vermischen, etwas Wasser dazu geben und weiter verrühren.
  • Den Fertigen Fufu mit dem Blattgemüse servieren und heiß genießen

Notizen

Wer keine schwarzen Nachtschattenblätter parat hat, kann dies durch Spinat oder Grünkohl ersetzen.
Bon appétit!
Fadi
Gericht: Gemüse
Land & Region: Kamerunisch, Westafrikanisch
Keyword: afrikanisch, Afrikanische Küche, afrikanisches Essen, Kamerunische Küche
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